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Insider einer Scheidungsanwältin – mit Saskia Schlemmer

Shownotes

Sie kennt Beziehungen meistens dann, wenn sie kurz vor dem Ende stehen – und ist trotzdem glücklich verheiratet. Aber was ist ihr Geheimnis? In dieser Folge spricht Jakob mit Scheidungsanwältin Saskia Schlemmer über alles rund ums Thema Ehe und Scheidung. Wofür lohnt sich Heiraten eigentlich noch? Wer profitiert am Ende mehr und braucht es wirklich immer einen Ehevertrag? Saskia gibt Einblicke in das, was bei Trennungen wirklich passiert – natürlich jenseits von Rosenkrieg-Klischees. Sie erzählt von Momenten, in denen sich zeigt, wie Macht, Geld und Gefühle ineinandergreifen, warum gerade Frauen dabei oft das Nachsehen haben und mit welchen Strategien Männer im Trennungsprozess versuchen, Vorteile für sich zu sichern.

Hier findet ihr Saskia Schlemmer bei Instagram. Und hier geht’s direkt zu ihrem Buch und ihrem Podcast.

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Transkript anzeigen

00:00:08:

00:00:30: Hallo und herzlich willkommen zu den besten Freundinnen.

00:00:34: Euer Apfelmittel für die Ohren und falls ihr euch wundert, warum keinem.

00:00:38: Hmm, kommt von Max.

00:00:40: Der ist heute leider krank.

00:00:41: Darum bin ich alleine, aber nicht ganz alleine.

00:00:45: Heute wollen wir uns um die Ehe kümmern und daraus manchmal die resultierende Scheidung.

00:00:52: Und wie sinnvoll ist es eigentlich, ein Ehevertrag abzuschließen?

00:00:55: Wie kommt es zu Scheidung?

00:00:56: Was sind die Probleme, wenn ich zu einem Scheidungsanwalt gehe oder zu einer Anwältin?

00:01:01: Und Anwältin ist auch das Stichwort, denn... Bei uns ist heute Saskia Schlemmer.

00:01:05: Übrigens kein Künstlername.

00:01:06: Sie ist Rechtsanwältin, spezialisiert auf Familienrecht, Eheverträge und Scheidung.

00:01:12: Und die zweifache Mama und selbst verheiratet.

00:01:14: Herzlich willkommen.

00:01:15: Ja, vielen Dank für eure Einladung.

00:01:17: Genau, Schlemmer ist nicht mein Künstlername, sondern die Scheidungsanwältin.

00:01:20: Das ist eigentlich mein Künstlername.

00:01:22: Schlemmer ist mein realer Name, ja.

00:01:25: Ich freue mich selber, euch zu werden.

00:01:27: Wenn du selber verheiratet bist, hast du einen Ehevertrag?

00:01:29: Ja,

00:01:29: klar.

00:01:30: Aber da muss ich auch direkt reinhaken.

00:01:32: Die Frage ist nicht konkret genug gestellt, weil alle, die verheiratet sind, haben einen Ehevertrag.

00:01:36: Jeder, der heiratet, heiratet automatisch mit dem Standard-Ehevertrag, den unser Gesetzgeber für jeden Eheschließenden vorgesehen hat.

00:01:46: Das heißt, jeder heiratet tatsächlich so damit Ehevertrag.

00:01:50: Ah, das ist interessant, weil ich kenne jemanden, der unterhält sich gerade über seinen Ehevertrag mit seiner Partnerin und Ich glaube, die Information kann ja auch schon mal helfen, dass man immer mit Ehevertrag heiratet.

00:02:07: Allerdings, wenn er nicht individuell angepasst ist, sind das so die staatlichen Voraussetzungen unter dem man heiratet.

00:02:12: Du hast ihn sicherlich angepasst, ne?

00:02:14: Und hast du das selber gemacht?

00:02:15: Also hast du seinen eigenen Ehevertrag bearbeitet?

00:02:17: Oder ist das so ein bisschen wie das eigene Kind operieren, ist man dann zu aufgeregt und vergisst Sachen?

00:02:22: Nee, glaube ich nicht, aber man darf ja auch nicht vergessen.

00:02:25: Ja, wie gesagt, es gibt ja immer zwei Seiten, die dazugehören und am Ende muss der ausgehandelt werden.

00:02:30: Tatsächlich spreche ich aber über meinen eigenen Ehevertrag gar nicht.

00:02:34: Es muss reichen, dass der da ist, wenn man mir zuhört und weiß, was da ist, weil es ist ja auch mein Mann involviert, mein Mann steht nicht in der Öffentlichkeit und deswegen rede ich da gar nicht drüber.

00:02:42: Okay, aber ihr habt ihn ausgehandelt, so viel kannst du sagen?

00:02:45: So viel kann ich sagen.

00:02:46: Und er muss auch immer wieder neu verhandelt werden, weil das ergeben sich ja immer wieder neue Situation.

00:02:51: Ach wirklich?

00:02:52: Ja, klar.

00:02:53: Wow.

00:02:54: Aber ich meine, das ist ja wie in der Geschäftsbeziehung dann eigentlich, dass wenn sich neue Situationen ergeben, dass man sagt so, ich möchte ein neues Geschäftsfeld aufmachen, ich schreibe jetzt ein Buch, das müssen wir jetzt in den Ehevertrag mit reinnehmen.

00:03:06: Im besten Falle ist das so, ja.

00:03:07: Und am Ende ist die Ehe ja auch letzten Endes eine, jedenfalls eine Form von Geschäftsbeziehung.

00:03:13: Ich glaube, wer glaubt, dass die Ehe nur romantisch ist, ich glaube, der hat das Prinzip Ehe noch nicht so ganz verstanden.

00:03:21: Warum war es dir selber wichtig zu heiraten?

00:03:23: Manche heiraten ja aus steuerlichen Vorteilen.

00:03:25: Andere sagen, das ist einfach nochmal ein intensiveres Commitment zu der Beziehung, die ich führe.

00:03:31: Ist das so ein Mischmodell?

00:03:33: Also... Den romantischen Aspekt kann man, glaube ich, nicht hundertprozentig ausschließen, dass man sagt, das ist so noch mal der nächste Schritte, dass man sagt, man ist malter verbunden, man hat natürlich auch viele Vorteile durch die E-Dorsograph schon angesprochen, steuerrechtlich, aber vor allen Dingen natürlich auch erbrechtlich, dass es nach für mich das ausschlaggebende Argument für die Ehe.

00:03:52: Und wenn man eine Familie gründet, ja, es ist ein bisschen mehr Commitment als einfach so in ... nicht verheiratet zusammen zu leben.

00:04:01: Deswegen war das für mich auch klar.

00:04:03: Ich hab nach zehn Jahren Beziehung geheiratet und würd's auch tatsächlich wieder tun.

00:04:07: Aber ich bin ganz klar jetzt nicht nur, weil ich sage, eine Beziehung hält für immer.

00:04:11: Eine Beziehung kann für immer herhalten, meine auch.

00:04:15: Jeder wünscht sich das, aber ob das wirklich so ist, das sehen wir im Laufe des Lebens.

00:04:20: Ja, und du bist ja auch ein bisschen gebiased mit deinem Blick, ne?

00:04:22: Weil du siehst ja häufiger Trennung als Leute, die dann sagen, ich geh den Weg für immer und es hält auch immer, weil die Leute ... die einfach in einer sehr glücklichen und zufriedenen Partnerschaft sind, die kommen ja ganz häufig nicht zu dir, wenn sie sich scheiden lassen.

00:04:38: Ja, das stimmt schon.

00:04:39: Also ich sehe überwiegend Scheidungen, wobei ich auch natürlich E-Verträge auch vor der Hochzeit.

00:04:46: Da begegnen mir auch die Paare, die kreisen wirklich noch ganz am Anfang stehen.

00:04:50: Aber trotzdem ist ja quasi mein Alltag auch von Scheidungen geprägt.

00:04:55: Und ich würde jetzt nicht sagen, dass sich das ... so stark auch auf mich auswirkt, dass ich jetzt komplett meine Meinung in Bezug auf die Ehe komplett geändert habe, dass nicht.

00:05:07: Ich bin sowieso ein sehr realistischer Mensch und sage, wie gesagt, hab schon immer gesagt, ja, für immer ist schön, aber wir wissen nicht, was passiert.

00:05:14: Aber ja, ich sehe auf jeden Fall das Wort Lebensabschnittsgefährte gar nicht so negativ wie die meisten.

00:05:21: Okay.

00:05:23: Und es ist auch manchmal so, wenn Paare zu dir kommen und sich scheiden lassen und dann gibt's ja auch manchmal wahrscheinlich Diskussionen und so.

00:05:29: Das ist so ein positiver Boost, das ist für die eigene Beziehung, dass man sich denkt so, ah, zum Glück hab ich den Stress mit meinem Partner nicht.

00:05:37: Ganz ehrlich, das ist eine sehr coole Frage, wird mir auch nicht aufgestellt.

00:05:40: Und ja, das ist tatsächlich so, wirklich.

00:05:42: Also es gibt ganz oft die Situation, wo ich denke, wow, und wo ich dann auch meinen Mann gern sage.

00:05:49: Ach doch, ich hab's schon gut getroffen.

00:05:51: Das ist wirklich ehrlich, weil ich sage immer, das Geheimrezept, glaub ich, auch einer langen Beziehung ist einfach, dass du den anderen hundertprozentig so sein lässt, wie er ist.

00:06:00: Ehrlich?

00:06:01: Ich musste das lernen, mein Partner musste das nicht lernen, sondern hat das tatsächlich gemacht.

00:06:05: Ich glaube, sonst wären wir auch heute gar nicht mehr zusammen.

00:06:08: Und ja, das ist, glaub ich, so das Geheimrezept, dass du wirklich den Partner hundertprozent so ... sich auch entfalten lässt, wie er ist.

00:06:16: Und das merke ich ganz, ganz oft, dass das eben in der Realität leider überhaupt gar nicht so ist.

00:06:21: Also das ist wirklich etwas, wo ich da manchmal sitze und denke, es kann doch nicht sein.

00:06:27: Ja, das ist für mich auch eigentlich Liebe in der Definition, jemanden so sehen und annehmen, wie er ist, ohne ihn verändern zu wollen.

00:06:35: Aber gleichzeitig auch, liebe zu mir selbst, meine eigenen Grenzen setzen, wo es für mich nicht geht mit dem Verhalten von jemand anderem.

00:06:41: Das muss man auch sagen.

00:06:42: Absolut.

00:06:43: Und Freiheit.

00:06:44: Liebe ist für mich halt auch irgendwie Freiheit, dass man sagt, okay, ich kann jederzeit gehen, ich hab jederzeit die Möglichkeit, der andere akzeptiert mich so.

00:06:51: Und am Ende aber die Selbstliebe, die du gerade angesprochen hast, die meiner Meinung nach immer auch darüber steht.

00:06:58: Ich glaube, Kinder ist noch mal ein anderes Thema.

00:07:01: Aber da bist du natürlich auch, da opferst du dich auf, ja?

00:07:05: oft.

00:07:05: Da gibt es aber auch meiner Meinung nach gar keine zwei Möglichkeiten, nämlich glaube, dass sehr viele über ihre Grenzen in Partnerschaften hinausgehen und das ist am Ende nicht gut, weil wenn du irgendwann realisierst, Scheiße, ich habe jetzt so viele Dinge gemacht, die eigentlich immer über meine Grenze.

00:07:22: gegangen sind, dann kommst du irgendwann an der Punkt und sagst, nee, stopp hier jetzt nicht mehr und dann ist es vielleicht auch für den anderen radikal, dass der dich jetzt so geändert hat.

00:07:31: Aber ich glaube, du verschiebst einfach nur den Zeitpunkt, dass es dann hoch poppt und nicht, dass es passiert.

00:07:38: Ja, und gleichzeitig auch bei Kindern klare Opfer hat man sich auf und deswegen ist es auch ein Grund, warum die Gefühle so stark sind zu den Kindern.

00:07:46: Je mehr Energie werden etwas reinstecken, das ist so mehr Liebe haben wir für die Sache.

00:07:50: Das sehen wir in toxischen Beziehungen, aber das sehen wir auch in der Beziehung zu unseren Kindern und in der Beziehung zu bestimmten Möbelstücken, die wir selber aufbauen und die aus einem blau-gelben Möbelhaus kommen.

00:08:01: Also da gibt es einfach die Commitment und Konsistenziteorien der Psychologie.

00:08:06: Würdest du sagen, deine persönliche Rangordnung ist so?

00:08:08: Also... Du, die Kinder, dein Mann, oder ist es deine Kinder, du, dein Mann?

00:08:13: Oder kann ich da mal so ein Türchen aufmachen?

00:08:17: Ja, also, ich sag immer, man sollte sich wirklich selbst an erster Stelle setzen, aber das funktioniert nicht mit Kindern.

00:08:25: Und da, glaube ich, oder zumindest, ja, in gewissen Lebensjahren funktioniert das nicht.

00:08:30: Ganz wichtig, dass man da aber auf keinen Fall sich komplett vernachlässigt, aber in meiner Rangordnung sind meine Kinder ... Ja, ich, mein Mann, radikal.

00:08:40: Aber wie gesagt, nicht, wenn man nicht was für den anderen tut, sondern ich find das auch ganz normal.

00:08:45: Ich find's mal für auch Menschen komisch, die sagen, ich liebe meinen Partner mehr als meine Kinder.

00:08:48: Das wäre für mich ein absolutes No-Go.

00:08:50: Das ist bei uns auch beide nicht so.

00:08:52: Ja, und das ist auch krass.

00:08:54: Ich kenn einige erwachsene Kinder, die sind so aufgewachsen.

00:08:57: Und da war es immer so, ja, meine Eltern waren immer ein Herz und alle Seele unzertrennlich.

00:09:02: Und wir hatten das Gefühl, dass wir da gar keinen Platz hatten.

00:09:05: Und das ...

00:09:06: Schwierig.

00:09:08: Ja, ist schwierig, aber ich höre das immer wieder.

00:09:11: Und dann sind die Eltern irgendwie so verschwunden, vier, fünf Stunden abends auf dem Date und ganz, ganz oft unter der Woche und die Kids waren irgendwie allein zu Hause und haben sich mit sich selber beschäftigt.

00:09:21: Ich habe eine gute Freundin, bei der war das so, und das ist noch heute Thema für sie und noch heute sind ihre Eltern so.

00:09:26: Und man denkt so, wow, crazy, das ist eine tolle Beziehung, die die Eltern führen.

00:09:31: Aber als Kind hatte sie immer das Gefühl, dass sie eigentlich gar keinen Platz hatte.

00:09:35: Und das ist auch schade.

00:09:36: Aber gut, wir sind so ein bisschen vom Beziehung, das ist auch ganz, ganz wichtig, von dem Thema Scheidung und davor ist ja erstmal die Eheschließung abgewichen.

00:09:46: Wenn ich jetzt zu dir kommen würde und sagen würde, hey, ich möchte heiraten, ich habe da jemanden kennengelernt, ich bin schon zwei, drei Jahre mit dem zusammen und wir merken, wir wollen den nächsten Schritt gehen.

00:09:54: Sie ist auch zufälligerweise schwanger.

00:09:56: Kann... Erst mal eine Schwangerschaften, die Gültigkeit eines Ehevertrages zu Nichte machen.

00:10:03: Die reine Tatsache, dass man Schwanger ist, nein, bedeutet nicht gleich, damit darf so kein Ehevertrag schließen.

00:10:10: Es kommt ja hinterher auch immer auf den Inhalt an, ja.

00:10:13: Also eine Schwangerschaft, um deine Frage zu beantworten, spricht nicht dagegen, einen Ehevertrag abzuschließen, per se.

00:10:20: Nein.

00:10:21: Aber werder annulierbar später vor Gericht, also ... Das ist eine hypothetische Frage.

00:10:26: Das ist jetzt nicht der Fall bei mir, ne?

00:10:27: Werder später annulierbar vor Gericht, weil die schwangere Person sagt dann, hey, ich war so unter Hormon.

00:10:36: Es ist mir nicht möglich gewesen, die Situation wirklich gut und vollumfänglich für mich einzuschätzen.

00:10:41: Ich muss den nochmal anfechten.

00:10:43: Und wie sind da so die Rechtsprechung und die Präzidentsfälle?

00:10:46: Ja, also eine Schwangerschaft ist... heute rein isoliert.

00:10:51: die Schwangerschaft als einziger Grund, um gegen einen Ehevertrag vorzugehen, nicht ausreichend.

00:10:56: Es kommt immer darauf an, was ist denn der Vertragsinhalt gewesen?

00:10:59: Hab ich jetzt zum Beispiel Eheverträge unterliegen hinter einer Inhaltskontrolle.

00:11:04: Das bedeutet, das, was da vereinbart ist, hält das hinterher.

00:11:08: Da kommt es natürlich darauf an, was gab es für eine Situation, wann hast du den unterschrieben, wie waren die äußeren Umstände, was ist der Vertragsinhalt?

00:11:16: Und da wird wirklich jeder Einzelfall gepostet.

00:11:18: Wenn du jetzt, du willst jetzt von mir krasse Ballspiele, so einfach wie möglich haben, wenn du jetzt jemanden hast, der Schwanger ist, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, der wirtschaftlich keine finanziellen Mittel hat, war am besten auch noch nicht mal eine Aufnahisgestimmung in Deutschland und dann jemanden heiratet, den Supermillionär und dann später auf alle Ansprüche verzichtet, ja, also auf alle, die quasi die in Ehe folgen, gesetzlich geregelt sind und die Ansprüche, die möglicherweise ein schwächerer Ehe-Partner hat und da komplett das Ausstieg schließen würde.

00:11:48: Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ehevertrag so nicht halten würde.

00:11:53: Da, ja, aber auch hier die Eigenverantwortung stellt der BGH ganz... stark auch in den Raum.

00:11:59: Das sage ich auch immer wieder meinen Mandanten.

00:12:01: Hey, Leute, nur weil ihr ein scheiß Ehevertrag unterschrieben habt, heißt das nicht.

00:12:05: Auch wenn die Hochzeit sonst nicht stattgefunden hätte, oder wenn schon die ganzen Hochzeitsgäste geladen waren, dass der automatisch dann deswegen nicht hält.

00:12:12: Es kommt immer konkret auf die Einzelfälle an.

00:12:15: Dann darf man nicht vergessen, dass da immer eine Weiterentwicklung stattgefunden hat.

00:12:19: Das heißt, es war klar, wann werden Eheverträge gekippt bei den sogenannten Totalausschüssen, bestimmten Konstellationen?

00:12:26: Dann hat man zum Beispiel den... Versorgungsausgleich nicht mehr ausgeschlossen, es kommt immer auf den Einzelfall an wirklich.

00:12:32: Und das heißt, das musst du auch immer hinterher individuell prüfen.

00:12:35: Ganz krasse Fälle möglich.

00:12:37: Ja, weil ich sage hier, was ich dir gerade gesagt habe, wirklich die Eigenverantwortung wird hochgeschrieben.

00:12:42: Du hast einfach, ja, die Verpflichtung.

00:12:46: Dass du dir ganz genau überlegst, was du da eigentlich unterschreibst und kannst dich dann hinterher nicht darauf berufen, Mensch, irgendwie sind da meine Hormone durchgedreht.

00:12:54: Ich wusste eigentlich gar nicht mehr so genau, was da drin steht.

00:12:56: Und jetzt möchte ich gerne, dass alles rückgängig machen.

00:12:58: Nein, also Vertrabsfreiheit ist ein hohes Gut.

00:13:03: Ja, und gleichzeitig würde ich schon sagen, ich hab jetzt erst ganz nahe eine Schwangerschaft begleitet, ist ... Meine Ex-Partnerin in der Schwangerschaft, wir waren nicht verheiratet und wir haben auch dementsprechend keinen Ehevertrag gehabt, anders gewesen.

00:13:16: Und ich weiß gar nicht, ob sie so in der Lage gewesen wäre, gute Verträge für sich auszuhandeln innerhalb der Schwangerschaft.

00:13:23: Und das war auch hormonell bedingt.

00:13:24: Also ich finde, das ist schon ein Faktor, der zu berücksichtigen ist.

00:13:27: Vielleicht nicht als einziger Faktor.

00:13:29: Und ich glaube, das ist, worüber du gerade geredet hast.

00:13:32: Deswegen, ne?

00:13:32: Es ist immer eine Gesamtschau, so nennen wir das.

00:13:35: Aber was mir schon auch wichtig ist, dass man sich auch ganz klar macht, dass die Juristen per se jetzt nicht auch die emotionalen Befindlichkeiten von den einzelnen Menschen einen so hohen Stellenwert einordnen.

00:13:48: Das muss man sich mal ganz klar machen, weil wir können das Ganze jetzt noch weiterspinnen.

00:13:52: Toxische Beziehung, wenn ich auch finanzielle Gewalt habe, all diese ganzen Sachen, wo man sagt, hey, Der war wirklich vielleicht gar nicht in der Lage.

00:13:59: Ich hab immer hinterher die Beweisbarkeit, die ich ja auch bringen muss.

00:14:03: Und jetzt auch hier, dann hinterher zu beweisen, dass das aufgrund der Hormone et cetera pp war, da komm ich auch einfach an meine Grenzen.

00:14:11: Deswegen wirkt das vielleicht so radikal, wenn ich das jetzt so sage.

00:14:15: Ich bin selbst eine Frau, ich weiß, wie man schwanger ist.

00:14:18: Ich war sogar deutlich angenehmer als Schwangerer im Vergleich zu Nichtschwangeren.

00:14:23: Also ich war nicht so radikal hart.

00:14:26: Aber trotzdem, da sollte man sich einfach ... diese emotionale Ebene, die ist wichtig, aber im Familienrecht spielt sie eher eine untergeordnete Rolle.

00:14:36: Ist das schade?

00:14:37: Das ist jetzt ein Riesenfass, ist das schade.

00:14:39: Klar ist das in einer gewissen Art und Weise schade, dass ich nicht so konkret auf die individuellen Lebenssituation eingehe.

00:14:45: Aber wir dürfen ja auch nicht verwechseln, dass wir dich in Partnerschaften ... habe ich dieses vier Augenprinzip.

00:14:51: Das heißt, eigentlich bekommen ja wirklich, wie es war, nur diese beiden Personen mit.

00:14:56: Und dann hier plötzlich diese emotionale Ebene, was ist da alles passiert, aufzuarbeiten, rückwirkend.

00:15:04: Das weißt du ja auch, ist super schwierig.

00:15:07: Es gibt nicht immer nur die eine Wahrheit und die dann hinterher auch als Grundlage.

00:15:12: oder als verstärktem Grundlage zu nehmen, es ist einfach super schwierig.

00:15:16: Und auch die ganzen Kapazitäten, die wir da natürlich auch haben jetzt in unserem Rechtssystem, die machen das überhaupt gar nicht möglich.

00:15:22: Aber klar, ich bekomme das ja auch ganz oft mit, dass mir dann oft Frauen schildern, wie ungerecht alles gewesen ist und dass man eben sich jahrelang zurückgenommen hat, dass man unterdrückt wurde, dass man dann im Allgemeinen nicht äußern konnte, dass man finanziell nicht frei war, dass man trotzdem alles getan hat.

00:15:37: Ich habe immer oft so dieses ... dass dann so ein bisschen die Absolution von mir verlangt wird oder das dann gesagt wird, ja, da gibt es jemanden, der wird das alle sehen, der Richter wird das erkennen und du wirst dein Recht bekommen.

00:15:49: Nein, das ist nicht so.

00:15:51: Das ist radikal, es ist hart.

00:15:53: Aber das ist die Realität, das wird dich niemand retten.

00:15:57: Wenn jetzt jemand kommt zu dir und sagt, ich möchte mich scheiden lassen, vielleicht wurde die Frau jetzt, sagen wir mal, als Beispiel, betrogen von ihrem Partner, wie gehst du davor?

00:16:05: Versuchst du erst mal ... So viel wie möglich auf die Seite zu bekommen von deiner Mandantin um später Verhandlungsmasse zu haben?

00:16:14: oder sagst du du guckst gleich was du.

00:16:17: Für möglicher Artist also gibt es ja verschiedene Verhandlungsstrategien.

00:16:20: Manche machen da ja so ein Basar daraus und sagen so erst mal so radikale Thesen ausstellen, damit die Gegenseite in das Gefühl hat, oh, wir haben ja doch noch ganz gut verhandelt im Gegensatz zu dem, was wir am Anfang wollten.

00:16:30: oder man sagt gleich, hey, lass uns da nicht so ein Basar daraus machen, sondern ganz klar, das steht meiner Mandantin zu.

00:16:35: Das ist eine harte Linie und die wird nicht überschritten.

00:16:39: Rufst du vorher mal den Anwalt von der Gegenseite an und prüfst das alles schon mündlich, was ist so deine Taktik?

00:16:44: Wenn du sie verraten darfst.

00:16:45: Also.

00:16:46: Was ist meine Taktik?

00:16:47: Auch da wieder, es kommt wirklich auf den unterschiedlichen Fall an, den ich gerade vor mir liegen habe.

00:16:54: Ich bin grundsätzlich jemand, der sagt, um das mal so einzuordnen, jede Lösung, die einvernehmlich gefunden wird, ist Priorität.

00:17:04: Punkt.

00:17:04: Das ist wirklich mein Credo.

00:17:06: Ich sage ganz klar, die machen alles, um eine außergerichtliche Verhandlung durchzubekommen, ein Ergebnis zu erzielen.

00:17:13: Das ist mein Grundsatz.

00:17:14: Wie gehe ich daran?

00:17:16: Manchmal muss man auch mal übertreiben und sich damit starker Brust hinstellen und sagen, den und den Anspruch hat meine Mandantin, auch wenn man weiß, naja, vor Gerichts könnte es jetzt nicht ganz so gut für uns aussehen.

00:17:31: Aber das ist

00:17:33: auch immer ganz schwierig.

00:17:36: Aber es gibt ja auch immer trotzdem die Verhandlungssituation.

00:17:39: Es gibt ja wirklich Möglichkeiten, dass ich mit der anderen Seite an den Tisch komme und wir sprechen.

00:17:44: Beispielsweise, wenn ich einen Ehevertrag habe, der ... Naja, nicht so ganz zugunsten meiner Mandantin ausfällt.

00:17:50: So, dann guck ich mir den an und ich weiß, ja, Scheiße, die hat den unterschrieben und ob der hinterher vor Gericht hält, boah, schwierig.

00:17:57: Aber auch die Gegenseite weiß, ob der wirklich hält oder nicht.

00:18:00: Das wissen wir erst, wenn wir vor Gericht sind.

00:18:04: Und das heißt, ich kann dann durchaus nochmal in die Verhandlung gehen und sagen, so, also wir gehen davon aus, dass der Ehevertrag nicht halten wird und mal gucken, wie weit wir dann kommen, ja.

00:18:14: Trotzdem bin ich als derjenige, der auch in der Position ist und etwas haben möchte.

00:18:20: Wir haben gerade diese Situation genommen.

00:18:22: Bin ich in der Situation, wenn die Gegenseite komplett dichtmacht und sagt, ganz im Ernst, ihr könnt euch auf den Kopf stellen, ihr habt keine Ansprüche, weil das kann die Gegenseite auch machen, wenn berechtigterweise Ansprüche da sind.

00:18:34: Das hab ich ja auch.

00:18:36: So nach dem Motownöwe zahlen ich, verklavt uns doch.

00:18:39: Dann ... muss ich natürlich schon meinen Mandant darüber aufklären, hey, wir haben hier diese Ausgangssituation, das kann rauskommen, würde ich jetzt hier ein gerichtliches Verfahren empfehlen.

00:18:50: Dass man mal den Telefon greift und den Kollegen anruft, na klar.

00:18:53: Am Ende Kommunikation ist das A und O und auch für uns Anwälte.

00:18:59: Und das heißt, am Ende musst du wissen, mit wem du es zu tun hast auf der Gegenseite.

00:19:03: Es ist leichter, wenn das ein Freund bekannter ist, mit dem er im Studium zu tun hatte oder jemanden, der recht anonym ist, vielleicht sogar eine Konkurrenzkanzlei, die in der gleichen Straße sitzt.

00:19:15: Ja klar, wenn man jetzt einen Kollegen oder eine Kollegin kennt, weiß man ja auch, wie der oder die jene getickt.

00:19:21: Ich bin aber ja bundesweit tätig, das heißt, ich bin wirklich in ganz Deutschland, ich kenne jetzt nicht alle Kollegen.

00:19:25: Ich habe auch niemanden aus meinem Freundeskreis, der tatsächlich Familienregelmann.

00:19:29: also von früher, ja mittlerweile hat man natürlich Kollegen, die man kennengelernt hat.

00:19:33: So und das kommt darauf an, was ich aber ganz klar sagen kann, dass ich mit Männern besser verhandeln kann als mit Frauen.

00:19:39: Woran liegt das aus deiner Sicht?

00:19:41: Ist da sowas wie Konkurrenz dann mit Frauen eher vorhanden oder... Worauf schließt du da?

00:19:46: Das kann ich dir tatsächlich so jetzt gar nicht konkret sagen.

00:19:50: Wahrscheinlich ist auch, das merke ich tatsächlich schon so in den letzten anderthalb Jahren, ein Fahrt, dass auch schon die Öffentlichkeit dir nicht nur Vorteile bringt.

00:19:59: Also das muss man ganz klar sagen.

00:20:00: Und ich habe tolle Kollegen auf der Gegenseite.

00:20:02: Ich hatte auch schon Kollegen, wo ich gedacht habe, na, ist ja jetzt hier die persönliche Kriegseröffnung gegen die pinke Influenceranwältin eröffnet worden.

00:20:11: Das sage ich mittlerweile, weil meine Mandanten auch so knallhart.

00:20:15: Jeder gute Mancher fühlt sich auch dadurch angestachert.

00:20:20: Wenn wir jetzt noch mal so auf Ehevertrag und heiraten eigentlich, heutzutage leben ja viele Paare erst zusammen, bekommen auch manchmal dann erst Kinder und heiraten später oder gar nicht, fehlt ihnen dadurch etwas, also Stichwort Erbrecht, staatliche Zuschüsse, Steuervergünstigung, wie Ehegattensplittung, dann gibt es ja Witwen und auch Witwarrente.

00:20:41: Wofür lohnt sich die Ehe?

00:20:43: Mir zählte beim Podcast auf, wie oft ich dann doch sage, kommt drauf an.

00:20:47: Also, du musst schon immer deine persönliche Ausgangssituation dir anschauen.

00:20:52: Es ist eigentlich ganz lustig, ich hab heute einen Link den Post gemacht und gesagt, ich würde Frauen immer diese drei Dinger raten, wenn sie sich trennen.

00:21:00: Ehegartenunterhalt gelten machen, Hausratsteilung fordern, ich weiß gar nicht, wo es das Dritte war.

00:21:05: Auf jeden Fall schrieb dann ein Mann darunter, naja, ich würde immer folgende drei Dinge den Männern raten, nicht heiraten, wenn man eine Frau hat, die weniger verdient.

00:21:12: sofort Ehevertrag schließen und noch was anderes adäkales.

00:21:16: Wo ich gedacht habe, das zeigt eigentlich so sehr, es kommt drauf an, weil wo stehst du?

00:21:23: Wenn du jetzt heiratest oder wenn du jetzt auch von dem Grund des Gesetzes ausgehst, warum hat der Gesetzgeber diese ganzen Regelungen geschaffen?

00:21:31: Ich gehe jetzt nur mal auf das Eherecht, zugewinnengemeinschaft nach ediger Unterhalt, Trennungsunterhalt, Versorgungsausgleich.

00:21:36: Das sind der Schutzmechanismen und damit wollte er ja den Schwächeren schützen.

00:21:41: Zu der Zeit, als das Gesetz eben diese Form angenommen hat, hatte ich ja typischerweise diese klassische Rolle, Frau war zu Hause, hat die Kinder gemacht, der Mann ist arbeiten gegangen.

00:21:50: Das wollte der Gesetzgeber, er wollte eben schon signalisieren, hey, die Eheleute sind gleichwertig, gleichberechtigt, und am Ende der Ehe soll eben jeder in der Theorie gleich dastehen.

00:22:01: Und das heißt natürlich, wenn du nah an diesem Modell lebst, wenn du wirtschaftlich schwächer bist, bist du natürlich auch derjenige, der von diesen Regelungen profitiert.

00:22:11: Wenn du jetzt aber jemand bist, der ein super Startup gegründet hat, der eigentlich finanziell komplett frei ist.

00:22:17: Ach, der Mann ist irgendwie immer doch nur noch an den Nintendo, oder wie das alles heißt.

00:22:22: Ich weiß es nicht so genau, ja.

00:22:24: Macht nichts.

00:22:24: Du bringst eigentlich noch die Kinder zum Kindergarten.

00:22:26: Da würde ich sagen, na ja, so eine Hochzeit, die brauchen wir jetzt nicht unbedingt, ja?

00:22:30: Also, deswegen ist es so schwierig, und du redest ja auch hier, ne?

00:22:33: Es ist ein Freundinnen-Podcast, du willst von mir mehr außer die Standardfloskeln haben, die ich jetzt natürlich schön aufzählen könnte.

00:22:39: Aber deswegen, es kommt wirklich drauf an, in welcher Position bist du?

00:22:43: kann richtig gut sein, weil du hinterher richtig schön ums Radikal zu sagen abkassierst oder es kann einfach richtig blöd sein, wenn du hinterher auch was abgeben musst.

00:22:53: Muss man sich klar sein.

00:22:54: Aber ganz klar, das habe ich auch zu Anfang gesagt, die erbrechtlichen Vorteile, die du hast als verheiratetes Paar, die sind einfach gerade auch Schenkungsteuer, Erbschersteuerfreibetrag, fünfhunderttausend Euro im Vergleich zu zwanzigtausend Euro, wenn man das eben nicht hat.

00:23:09: ist einfach ein enormer Vorteil, der für die Ehe spricht.

00:23:14: Ja, okay.

00:23:15: Klar, die Schenkungsfreiträge sind krass, ne?

00:23:18: Wenn man als Ehepartner ein Volumen von fünfhunderttausend und ein halben Million zur Verfügung hat, die erstmal so übertragen werden kann, ohne dass sie besteuert wird.

00:23:26: Oder als Lebensgemeinschaft nur zwanzigtausend und danach geht's los.

00:23:30: Das führt dazu, wenn man ein Business zum Beispiel erbt, dass man dann... zum Beispiel das Business verkaufen muss, weil man sich die Erbschaftsteuer nicht leisten kann.

00:23:40: Also das kann dazu führen.

00:23:41: Wichtig, das ist ja immer das, dass man eben sagt, Unternehmen könnt zerschlagen werden.

00:23:47: Das ist ja auch immer der Grund, warum ich dann hinterher noch einen Schutz haben möchte.

00:23:50: So, das ist, ja.

00:23:52: Wer profitiert denn aus deiner Sicht mehr von der Eheschließung?

00:23:57: Männer oder Frauen, oder lässt sich das Pauschal gar nicht mehr sagen, weil das eigentlich auf eine Zeit zurückzuführen ist, die Gesetzgebung die heutzutage gar nicht mehr so klassisch ist.

00:24:10: Also das, was ich aus meinem Alltag mitbekomme, das, was ich auch auf Social Media mitbekomme und was auch meine Grundüberzeugung ist, ist nach wie vor, dass Männer mehr von der Ehe profitieren.

00:24:21: Weil einfach doch diese unsichtbare Arbeit in unserer Gesellschaft, diese Kehrarbeit, die Sorgearbeit so einen hohen Stellenwert hat, um auch eben ganz oft gewisse Sachen nur ... zu erreichen.

00:24:33: Und ich finde schon, was ganz wichtig ist, ist, dass man diese Unterschiede betrachtet, einmal eine Partnerschaft mit und einmal eine Partnerschaft ohne Kinder.

00:24:41: Und wenn ich eine Partnerschaft mit Kinder habe, dann verändern sich einfach ganz viele Lebenstände.

00:24:45: Ich sage immer, mit Kinder verändert sich einfach alles.

00:24:49: Und dann ist es bei den meisten so, dass nicht mehr beide so ihrer möglichen Berufung nachgehen können.

00:24:58: Und dass auch immer noch Frauen, unabhängig jetzt auch von ... im akademischen Grad einfach oft zurückstecken.

00:25:05: Und da eben diese potentielle Entwicklung, klar, es ist natürlich auch Glaskogel geguckt, was wäre gewesen, wenn, aber sie sind immer diejenigen, die sich zurücknehmen, so für die Familie.

00:25:15: Und deswegen sage ich nach wie vor, dass Frauen ja nicht so stark davon profitieren.

00:25:20: Ja, okay, kann ich aus einem persönlichen Beispiel auf jeden Fall unterschreiben.

00:25:24: Bei meinen Eltern bei der Scheidung war es so, dass ... meine Mutter gar nichts haben wollte auch.

00:25:29: Ich weiß nicht, ob mein Vater was gegeben hätte.

00:25:31: Ich glaube, die hatten keinen Ehevertrag.

00:25:33: Meine Mutter hatte aber auch was mit dem neuen Partner angefangen.

00:25:36: Also gleichzeitig meinen Vater betrogen, spielt das eine Rolle?

00:25:39: So ein Beispiel, wenn jetzt jemand betrügt, wird dann die Aufteilung verändert?

00:25:44: Eigentlich nicht, oder?

00:25:45: Wenn es keinen Ehevertrag gibt, dann alles, wie es das Gesetz vorschreibt.

00:25:49: Ja, also auch da wieder in beide Richtungen, wer betrügt, ich sage mal, wenn du unterhaltspflichtig bist und ... Der Unterhaltspflichtige, also ich bleib jetzt in den klassischen Rollen, der Mann betrügt, da muss er deswegen jetzt nicht mehr unterhaltsahlen, nur weil er betrogen hat.

00:26:03: Aber als Frau, wenn du unterhaltsberechtigt bist und dann irgendwie eine langjährige Affäre zutage kommt, wo du schon neuen Partner hast, dann verlierst du, da verwirkst du auch deinen Unterhaltsanspruch dennachählichen.

00:26:15: Also das kann dann schon Auswirkungen haben.

00:26:18: Aber deswegen, es kommt darauf an, auch hier wieder, es kommt auf die konkrete Situation an.

00:26:23: Aber eben neue Partnerschaft, so wie du es gerade geschildert hast, führt dazu, dass du dann keinen nach ehrlichen Unterhaltsanspruch mehr hast.

00:26:30: Ja, den Zugewinnen, den mein Vater hatte während der Ehe.

00:26:34: Ich meine, meine Mutter hat sich ganz klassisch um uns gekümmert.

00:26:36: Wir waren drei Kinder und sie hat dann ... Ja, Volltime damit zu tun gehabt, weil die haben es auch sehr klassisch aufgeteilt.

00:26:42: Mein Mutter hat sich um Haushalt gekümmert, dann hat sie das Essen für uns gemacht und versorgt und so.

00:26:48: Und mit drei Kindern ist das auch schon richtig viel.

00:26:51: Also ich sehe es ja schon bei meiner einen Tochter, wie viel ich da im Wirbeln bin.

00:26:55: Und mein Vater hat halt gearbeitet und auch sehr sehr viel gearbeitet.

00:26:58: Und da haben sie halt das nicht aufgeteilt, was dazu erwirtschaftet wurde in der Zeit der Ehe.

00:27:03: Und im Nachhinein, glaube ich, war das gar nicht clever von meiner Mutter.

00:27:08: Wie, wenn jemand zu dir kommt und in so einer Situation ist und sich eigentlich zu stolz ist, das zu nehmen, wie würdest du da beraten?

00:27:14: Würdest du denn einfach sagen, ja, okay, kann ich verstehen?

00:27:16: Oder sagst du, das sind ihre Ansprüche?

00:27:20: Überlegen Sie mal abseits von Ihren Gefühlen der Kränkung, von dem, was gerade emotional in Ihnen vorgeht, wie Sie darauf gucken würden.

00:27:28: Was würden Sie in der guten Freundin raten?

00:27:30: Ich rate immer, wenn Ansprüche da sind, dir auch geltend zu machen.

00:27:34: Immer, immer, immer.

00:27:36: Es gibt absolute Ausnahmesituationen, aber auf die will ich hier gar nicht länger eingehen.

00:27:41: dass es manchmal Situationen gibt, wo ich sage, wenn jemand mir sagt, ich weiß, dass alles, was ich will, einfach nur meine Ruhe haben, in Extremfällen.

00:27:50: Natürlich habe ich Verständnis für die individuelle Situation, aber ich probiere schon immer ganz klar zu machen, was das eigentlich bedeutet.

00:27:57: Ich hatte tatsächlich mal eine Mandantin, die mir auch gesagt hat, nein, sie wird auf jeden Fall gar nichts haben, es ist auch total egal.

00:28:05: Und die hatte keine Kinder.

00:28:07: Und die hat aber hunde geliebt und ich habe mir dann gesagt, sie können es alles dann auch hinter ins Tier heimspenden.

00:28:12: Sie können damit irgendwie noch eine hunde rettung finanzieren.

00:28:15: Ja, tatsächlich ja.

00:28:21: Ist das eine persönliche genugtuung gewesen?

00:28:26: Eine persönliche Genugtung ist es eigentlich immer, wenn hinterher meine Mandanten sagen, boah, die Frau Schlemmer ist so super, wenn ich noch mal was habe, dann komme ich wieder zu ihnen.

00:28:35: Das ist schon eine persönliche Genugtung.

00:28:37: Da würde ich auch lügen, wenn ich sage, das wäre nicht so.

00:28:39: Es geht mir gar nicht darum, dass ich die anderen dazu bringe, das zu fordern, damit wir jetzt die Männer ausnehmen.

00:28:45: Das ist nicht mein Ziel, sondern mein Ziel ist einfach, dass ich dieses Scham behaftete, was ganz oft eine Rolle spielt, dass ich das ... einfach mal beiseite stellen will und den ja oft Frauen dann auch aufzeigen will.

00:28:57: hey das ist nicht etwas was man jetzt einfach so liegen lassen soll sondern etwas was auch ein Grund hat warum ihnen das zu steht.

00:29:06: und Ich verstehe, wenn jemand sagt, ich schaffe keinen zehn Jahre lang Rechtsstreit.

00:29:11: Und ich hab da die Energie und Kraft nicht zu, weil das sag ich auch immer, was passiert, wenn derjenige nicht anerkennt, dass er zahlen muss.

00:29:17: Also ich hab ja die Möglichkeit, außergerechtlich was zu machen, und danach ist der nächste Schritt.

00:29:20: Wenn der andere Sache ist, hat es so egal, du kriegst gar nix.

00:29:23: Verklagt nicht mal zehn Jahre.

00:29:24: bis dahin sitzt ich in Dubai und du kannst eh nix.

00:29:27: Dann ist das natürlich auch noch mal eine ganz andere Beratungssache, weil da muss ich ja auch mal einen Mandantin sagen, hey, wir sind da in einer Situation, wir wissen nicht, wie lange das dauert, was dabei rauskommt, und es wird auch teuer.

00:29:38: Und wenn dann jemand aus persönlichen Gründen sagt, ich schaffe das nicht, dann ist das auch noch mal etwas anderes, weil ich sage auch, man muss auch einen Rechtsstreit aushalten können, auch wenn man zum Beispiel eine Krankheit hat.

00:29:51: Das ist eine zusätzliche Belastung.

00:29:52: Und selbst wenn man sagt, ich geb das alles ab.

00:29:55: Anwalt, mach alles, was du willst.

00:29:57: Ich hab keine, ich will ja gar nichts mehr zu tun haben.

00:29:59: So einfach funktioniert das nicht.

00:30:01: Und auch Schriftsätze, die gewechselt werden.

00:30:04: Klar ist der Skredo, das ist mein Skredo, das ist auch das Skredo vieler Kollegen.

00:30:07: Wir waschen keine schmutzige Wäsche vor Gericht.

00:30:09: Die Realität sieht trotzdem anders aus.

00:30:12: Es gibt immer was, wo man sagt, boah, wie kann der so was schreiben?

00:30:15: Wie kann die so was schreiben?

00:30:16: Das stimmt überhaupt gar nicht.

00:30:17: Man wird immer wieder emotional da reingeholt.

00:30:20: Das heißt, es kann persönliche Gründe geben.

00:30:22: Prinzipiell sage ich Anspruch da, Anspruch wird mal gelten

00:30:25: gemacht.

00:30:27: Weißt du was ich gerade total wichtig fand?

00:30:29: Was hast du als Punkt?

00:30:30: Ich glaube Frauen werden in solchen Sachen viel häufiger mit Charme manipuliert.

00:30:36: Ja.

00:30:36: Nämlich.

00:30:37: Aber was hast du denn für das Geld alles getan?

00:30:39: Und jetzt willst du es haben oder was?

00:30:41: Also es ist ja wirklich dumm und so dumm was oder was auch immer erzählt oder gelabert wird.

00:30:46: Und da eine Person, die ja... durch ihre Sozialisierungsgeschichte viel häufiger mit Charme konfrontiert wurde.

00:30:52: Wenn wir uns auf unsere Gesellschaft gucken, werden Frauen in ihrem Verhalten viel häufiger mit Charme gelenkt als Männer.

00:30:59: Männer bekommen Charme ab in anderen Themen.

00:31:01: Männer bekommen Charme ab, wenn es um das Leben der eigenen Verletzlichkeit geht.

00:31:05: Also, wenn ich so meine Gefühle zeige und Angst, Traurigkeit habe oder auch Charme, dann werden Männer häufiger manipuliert und Frauen, häufiger eben in der Sexualität, in ihrem Ausleben, in ihrer Wut.

00:31:18: Und Wut hat ja auch ganz viel zu tun damit.

00:31:20: Was ist meine Grenze?

00:31:22: Was ist mein Bereich?

00:31:23: Und was möchte ich für mich?

00:31:25: Und wenn dann Scham darauf gelegt wird, schränkt das ja extrem ein, für sich selber zu stehen.

00:31:30: Und wenn ich das über Jahre, Jahrzehnte habe, dann bin ich ganz schnell in der Position, dass ich sage, oh nee, okay, ist nicht so wichtig.

00:31:37: Ich will nur nicht diese blöde Scham spüren.

00:31:38: Und deswegen bist du ja dann eine ganz, ganz wichtige Unterstützung zu sagen, hey.

00:31:43: Das steht hier rechtlich zu, lass uns doch mal drauf gucken.

00:31:46: Und lass uns mal raus aus dieser Scham und von oben drauf gucken.

00:31:50: Absolut, das, was du sagst, es trifft es wirklich.

00:31:53: Ja, genau das, was ich jeden Tag erlebe.

00:31:55: Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.

00:31:57: Oft ist es ja auch so, dass ja auch den Frauen gesagt wird, hey, wenn du zu einem Anwalt gehst, dann willst du Krieg.

00:32:04: Ja, das ist zum Beispiel auch etwas, was noch zusätzlich mitschwingt.

00:32:07: Weil ich hab auch ganz oft Beratungen, wo ich ... mitbekomme, dass eben schon bei einem Anwalt verhandelt wird.

00:32:14: Auf der Gegenseite, also der andere hat den ausgesucht, man ist dann da in Gesprächen.

00:32:19: Und man traut sich gar nicht, da jetzt selber noch mit dem Anwalt aufzutauchen, weil einem die ganze Zeit gesagt wird, hey, wenn du das machst, dann bist du ja die Böse, weil du noch einen zweiten Anwalt mit reinbringst.

00:32:29: Und das ist auch das, was ich in der Praxis ganz oft habe.

00:32:32: Und ich habe auch viele, die wirklich nur im Hintergrund beraten werden, weil die sich scheuen, diesen öffentlichen Auftritt zu haben, so nach dem Modell, ja dann weit erkennen.

00:32:40: dann weiß ich, dann bekomme ich gar nix.

00:32:42: Wenn ich das mache, dann ist alles vorbei.

00:32:44: Dann denke ich mir, hey, das ist eigentlich auch so ein Märchen, was einem aufgetischt wurde, weil nur weil ein Anwalt da ist, heißt das nicht, dass automatisch Krieg da ist, sondern, dass man dann wieder auf Augenhöhe verhandelt.

00:32:57: Muss man sich ja auch mal vorstellen, wie ist das denn?

00:32:59: Da sitzt so ein Anwalt, und dann sitzt man da als Frau und hat eben keinen rechtlichen Beistand.

00:33:04: Da ist keine Augenhöhe da.

00:33:06: Punkt.

00:33:07: Was ist denn das für eine Grundvoraussetzung in der Partnerschaft, frage ich mich da vielmehr so als Psychologe, wenn das so die Haltung ist und wenn auch so Druck ausgeübt wird.

00:33:17: Für mich ist das ein bisschen so, mir wurde einmal ein Vertrag aufgetischt und derjenige hat mir gesagt, mach dir keine Sorgen, mein Anwalt hat das schon alles geprüft, der ist gut so.

00:33:26: Da geht auf jeden Fall meine Alarmglocken an.

00:33:29: Super, ist

00:33:30: total gut.

00:33:30: Okay, gib mal kurz her das Ding, das prüfe ich mal.

00:33:33: Also schon allein diese Haltung und... Ich meine, da kann ja auch was supergutes und konstruktives bei rumkommen, wenn man sagt, jeder lässt sich irgendwie beraten, auch einzeln, um dann gemeinsam etwas zu kreieren, was für beide Seiten gut ist.

00:33:46: Und wenn der Mann schon so Druck ausübt, ich meine, die Seite hast du wahrscheinlich öfter erlebt, andersrum geht es ja auch, oder gibt es das vielleicht auch manchmal, aber wahrscheinlich viel, viel, viel seltener, dann ist das keine gute Grundvoraussetzung.

00:33:57: Ja, wobei ich schon sagen muss, dass sich Männer nicht so krass unter Druck setzen lassen, ja.

00:34:02: Also auch da habe ich Fälle miterlebt, wo ja ganz klar von der Frau, der Ehevertrag gewollt war und uns jetzt mal auch hier wieder in einfacher Sprache zu machen, wo es auch darum ging, das auf der Seite der Frau finanziell.

00:34:19: viel mehr da war, was geschützt werden sollte.

00:34:22: Also eigentlich mal klassischerweise umgedreht.

00:34:23: Ja, da braucht man nicht glauben, dass Männer einfach so die Eheverträge unterschreiben.

00:34:27: Nee, nee, nee, nee.

00:34:28: Die wissen ganz genau, was da drin steht.

00:34:30: Und machen dann alles mit Händen und Füßen wirklich, wärt man sich, dann das zu unterschreiben.

00:34:35: Das ist Wahnsinn, ja?

00:34:38: Da muss man einfach sagen, ja, man muss wirklich sagen, es ist nicht so, also Männer lassen sich nicht so unter Druck setzen.

00:34:45: Nein.

00:34:46: Und da vielleicht mal zu Anfang, was du auch gesagt hast, kommt auch noch mal ganz oft an der emotionale Ebene mit rein.

00:34:52: Und die wiederum trifft dann die Frau, die dann auch mit dem schlechten Gewissen ja dann doch wieder sehr hellhörig ist und sie dann auch wiederum schlechtes Gewissen hat.

00:35:01: Es sind schon diese Dynamiken, die leider, leider klassischerweise eben doch die Rollenbilder ja ganz klar zeigen.

00:35:09: Herrlich, das ist immer wieder gut mit den Werkzeugen, Scham und Schuld zu arbeiten.

00:35:13: Das ist super, die funktionieren hervorragend.

00:35:16: Ist ja nicht so, als ob man die nicht auch verwenden kann.

00:35:19: Ja, ja, absolut, absolut.

00:35:21: Würdest du sagen, dass es auch in deinem Besteck drin oder versuchst du das eher rauszuhalten?

00:35:27: Scham und Schuld.

00:35:30: Weil ich meine, kannst du ja auch eben so gut anwenden auf der Gegenseite.

00:35:33: Ich finde, es gibt einen Unterschied an dem... Moral zu appellieren und an die werte oder mit schuld zu arbeiten und das eine setzt unter druck und erzeugt dann auch charm und das andere Sorgt eigentlich für ein reflektieren und innehalten.

00:35:50: und hey wenn ich damit irgendwie Mal sterbe bin ich dann immer noch happy mit der entscheidung.

00:35:56: ich sag mal so Ich bin eine gute taktikerin.

00:35:59: Ich bin sehr reflektiert.

00:36:00: Ich weiß wo grenzen sind.

00:36:02: Ich weiß aber auch was alles rechtlich erlaubt ist.

00:36:05: Deswegen will ich da gar nicht weiter drauf einsteigen.

00:36:11: Ich hab dich schon mal gebucht, nein.

00:36:12: Findest du es grundsätzlich unromantisch, einen individuellen Ehevertrag abzuschließen oder auch absolut notwendig?

00:36:21: Oder würdest du sagen, das ist in Spezialfällen nur richtig und wichtig?

00:36:26: Weil ich für mich ganz persönlich, als meine Eltern sich scheiden lassen, gesagt ... Eigentlich will ich nie heiraten und dann frage ich mich, ist das aus so einer alten Kindheitswunder raus und stammt.

00:36:37: Aber wenn, dann auf jeden Fall mit dem Vertrag.

00:36:40: Ein Ehevertrag ist total unromantisch.

00:36:42: Punkt.

00:36:43: Ja, am Anfang habe ich auch mein Ernest voll schön, den anderen abzusichern.

00:36:46: Ist total toll, dass man dich auch verspricht.

00:36:49: Wenn es dich mehr hält, dann bist du trotzdem abgesichert, ist Bullshit.

00:36:52: Sondern am Ende geht es darum, dass man Regelungen schafft für den Fall der Fälle, weil ... Am Ende lässt du dich nie von dem Menschen scheiden, den du auch geheiratet hast.

00:37:04: Das ist einfach so.

00:37:05: Das ist die Realität, das trifft auf jeden zu.

00:37:08: Keiner möchte da sitzen, aber Better Save Than Sorry ist einfach hier wirklich Kieh.

00:37:14: Und es ist aber nicht romantisch darüber zu diskutieren.

00:37:17: Es ist romantisch, am Strand zu legen, aber einem schönen Sonnenuntergang was zu essen.

00:37:23: Das ist romantisch, ja.

00:37:25: Zu sagen, du hör mal zu.

00:37:26: Wenn wir heiraten, zoll ich nicht mehr als dreieinhalb Tausend Euro unterhalten.

00:37:29: Das ist nicht meine Form von Romantik.

00:37:32: Aber es ist notwendig.

00:37:34: Ich glaube, wir Menschen sind wirklich dazu verpflichtet, auch hier Eigenverantwortung, da reinzugehen und zu sagen, hey, auch wenn das nicht so cool ist und nicht der schönste Teil von Beziehung ist, müssen wir das angehen.

00:37:47: Wir haben eine Verantwortung gegeneinander gegenüber.

00:37:49: Wir müssen auch unseren Kindern.

00:37:52: Sind wir verpflichtet?

00:37:54: fair und ordentlich miteinander umzugehen.

00:37:56: Das können wir heute besser, als wenn wir uns emotional nicht mehr so grün sind oder nicht mehr so gut gegenüberstehen.

00:38:02: Und ich glaube, das ist einfach das, was so in den Vordergrund muss.

00:38:07: Mhm, okay.

00:38:08: Wer reicht dann eigentlich häufiger die Scheidung ein, statistisch gesehen, Männer oder Frauen?

00:38:13: Und was erlebst du in deiner Kanzlei?

00:38:15: Und was sind so die Begründungen?

00:38:16: Die musst du ja auch erfahren, ne?

00:38:18: Also, man muss ja das denn nicht mehr so ganz ausrollen, wie es früher war, aber es gibt das Trennungsjahr, man muss den Antrag, dann die Ehe wird ja vom Richter geschieden, oder?

00:38:27: Ist das korrekt?

00:38:28: Also, vor Gericht.

00:38:30: Also... Wir haben kein Schuldprinzip mehr, kein Verschuldungsprinzip.

00:38:34: Das bedeutet, es kommt nicht darauf an, wer hat Schuld.

00:38:37: Oder hab ich was gemacht, dass ich nicht scheinen lassen darf.

00:38:40: Nein, das hab ich nicht mehr, sondern die Voraussetzung ist Ablauf des Trennungsjahres, dann kann ich den Scheidungsantrag stellen.

00:38:46: Ich in meiner Kanzlei habe deutlich mehr Frauen.

00:38:50: Das heißt, reiche ich jetzt die Scheidung ein, reiche gegenseitig die Scheidung ein, da kommt es auch wirklich drauf an.

00:38:56: In welcher Situation bist du gerade?

00:38:59: Ich habe mir ehrlicherweise auch keine Statistiken angeguckt, wer jetzt häufiger die Entscheidungsantrag stellt.

00:39:04: Also da bin ich jetzt gerade überfragt, aber wie gesagt, ich habe durchaus Frauen, die den Entscheidungsantrag stellen, einige.

00:39:11: Manchmal kann es aber auch sinnvoll sein zu warten, dass der anderen Entscheidungsantrag stellt und da muss ich jetzt erst mal nichts machen.

00:39:18: Auch da wieder in welcher Situation bin ich gerade.

00:39:20: Will ich sofort den Stichtag noch mal auswürsen zum Zugewinnen oder warte ich einfach noch ein bisschen, lass ein bisschen ja noch Wasser den Rhein runterfließen.

00:39:28: Das muss ich dann mal schauen.

00:39:29: Oder Geld auf die Bank konnten.

00:39:32: Das hast du jetzt gesagt, genau.

00:39:33: Ich hörte auch davon, dass man dann das machen, ja.

00:39:37: Ja, gibt's auch, ne?

00:39:38: Absolut.

00:39:38: Also wie viele Paare sind denn bei dir, wo es eigentlich einigermaßen gut läuft?

00:39:43: Weil ... Es ist immer ratsam, sich eine Anwalt zu suchen und

00:39:49: wo

00:39:50: gibt's absoluten Krieg, wo du dir auch denkst, wow, wie konnten die mal miteinander gut?

00:39:55: Weil ich kann aus meiner Erfahrung sagen, ich war am Anfang auch ganz schön im Konflikt mit meiner Ex-Freundin, aber wir haben Kind zusammen, darum wussten wir auch, wir haben einen Auftrag, wir müssen uns zusammenraffen und gut miteinander umgehen einfach und... Am Ende war man ja mit der Person auch mal zusammen und hatte Sex und hat sich richtig richtig gut verstanden.

00:40:15: Ich finde, das wird immer so vergessen auf dem Weg.

00:40:17: Aber ich kann es auch nur aus meiner Perspektive sagen, wenn man ... es gibt auch Fälle, da kommt man nicht mehr zusammen irgendwie.

00:40:23: Tatsächlich habe ich so richtige Streitstreitscheidungen, also so richtig schlimme Rosenklickscheidungen, habe ich nur einen einzigen Fall.

00:40:34: Also ich habe wirklich bei mir selber in meinem ... Alltag, einen Fall, der wirklich unterirdisch ist, wo ich sagen würde, oh mein Gott, schrecklich.

00:40:43: Sonst, das, was ich auch zu Eingangs gesagt habe, und so berate ich ja auch.

00:40:46: Und ich bin auch grundsätzlich der Meinung, so finden auch Menschen zusammen.

00:40:50: Ich bin ... jemand, der sagt, hey, wir müssen eine Lösung finden.

00:40:54: Das ist mein Credo, das ist auch mein Anspruch.

00:40:56: Weil ich hab ja selber gar keine Lust zur Wahlgericht, Jahre zu sitzen.

00:41:00: Das will man nicht, das will man auch als Anwalt nicht.

00:41:02: Ja, vielleicht, am Ende würdest du da ein bisschen mehr mit verdienen, aber auch da eine Gegenseite, wie du auch anfangs gesagt hast, wir wissen ja auch, was es für Ansprüche gibt und was es nicht für Ansprüche gibt.

00:41:12: So, das heißt, ein Kompromiss, wenn wirklich beide anwaltlich vertreten sind, und irgendwie, ja.

00:41:18: der logischen Natur folgen, dann findet man eine Einigung und so ist es auch bei mir in der Regel.

00:41:24: Manchmal geht es nicht anders, da wird dann wirklich mit, werden alle Register gezogen, das ist auch super anstrengend, weil das darf man ja auch nicht vergessen, wenn der andere streiten will, dann wirst du damit reingezogen.

00:41:36: Du hast ja gar keine Möglichkeit, dich dem zu entziehen.

00:41:39: Es sei denn, du sagst, okay, ich verzichte jetzt auf alles.

00:41:43: Aber das... ist dann auch nicht das, was man unbedingt haben möchte.

00:41:47: Aber das ist schon etwas, wo du, ja, du musst am Ende für deine Gerechtigkeit, für deine Ansprüche losgehen.

00:41:52: So.

00:41:53: Und sich freimachen von Schuld und Scham und wirklich mal gucken, wie beutet mich da das Gefühl, Schuld der Scham?

00:42:01: Und wie würde ich für meine Tochter, für meinen Sohn entscheiden, wenn der oder die in der Situation wäre?

00:42:07: Das finde ich ist immer eine ganz, ganz richtige Perspektive, weil dann kann man sich mal ganz kurz... Anders auf die Situation beziehen und auch besinnen.

00:42:15: Okay, zum Schluss, Saskia.

00:42:17: Drei wichtige Tipps, wenn man sagt, man möchte zusammen Ehevertrag aushandeln.

00:42:22: Was würdest du den Parteien raten?

00:42:24: Womit sollte man reingehen?

00:42:26: Was sind so Punkte, die man auf jeden Fall beachten sollte?

00:42:29: Ich plädiere ganz klar dafür, sich selbstrechtlich beraten zu lassen.

00:42:33: Das ist für mich die Ausgangslage und nicht, weil ich jetzt Werbung vor uns Anwälte machen will, sondern weil ich sage, so wie die Regelungen des Gesetzes sind, was heißt das für mich im konkreten Fall, das sollte jeder für sich einmal wirklich klar haben.

00:42:46: Ja, klar kann es auch mal im Buch lesen und kann sagen, okay, ich hole mir da schon die rechtlichen Tipps, aber individuell ist das einfach nochmal wichtig zu sehen, wo stehe ich gerade und was passiert im Worst Case?

00:42:57: Dann glaube ich, Das weiß ich ja auch aus Vertragsverhandlungen.

00:43:01: Ist es keine Red Flag, dass man sich darüber streitet?

00:43:05: Ja?

00:43:06: Ich habe tatsächlich fast keine Paare, die sich streiten.

00:43:10: Es streiten sich alle über den Ehevertrag.

00:43:12: Die einzigen, die sich nicht streiten, sind die, die so viel Geld haben und beiden klar ist, die wollen eine Gütertrennung haben.

00:43:17: Das sage ich auch so ganz klar, ja, die streiten sich nicht.

00:43:21: Da ist das ganz klar.

00:43:22: und die sagen dann auch, auf ist gar kein Problem.

00:43:23: Ehevertrag verstehe gar nicht, was du hast.

00:43:25: Sobald ich aber wirtschaftliche Ungleichgewicht habe, Ja, dann gibt es auch Diskrepanzen.

00:43:32: Das ist einfach die Realität.

00:43:34: Und ich merke das ja auch.

00:43:36: Ich merke das ja auch in den Rahmen der Abschlüsse.

00:43:38: Dann kommt man zu mir, dann informiert man sich, dann hat man klare Vorstellungen.

00:43:41: Und wie dann hinter der Ehevertrag aussieht, das schaut man dann in den Monaten der Verhandlungen.

00:43:47: So, deswegen da einfach nicht sagen, oh Gott, wir streiten uns und wir scheuen, dass das ging.

00:43:51: Das ist auch ein Stück weit normal, ja.

00:43:54: Und natürlich auch am Ende, sich klar zu machen, du kriegst niemals all deine Forderung durch.

00:43:59: Das ist auch am Ende nicht gut.

00:44:01: Es wäre auch für die Beziehung nicht gut, weil du startest ja dann mit jemandem in ein absolutes Ungleichgewicht in die Beziehung.

00:44:08: Und das sollte immer ein Wahnsinnal sein.

00:44:10: Glaub ich einfach, bin ich fest von überzeugt.

00:44:13: Und da musst du gucken, dass du es aushandelst.

00:44:15: Und dann am Ende, ja, das findest du, womit ihr beide leben könnt.

00:44:19: Das war Saskia Schlemmer, Rechtsanwältin, spezialisiert auf Familienrecht, Eheverträge und Scheidungen, zweifache Mama und verheiratet mit einer Kanzlei bei Düsseldorf.

00:44:29: Und sie arbeitet hauptsächlich digital.

00:44:31: Sie ist Spiegel-Bestseller-Autoren, das Buch, das du vor deiner Hochzeit gelesen haben musst und macht auch ein Podcast.

00:44:38: Schluss jetzt, heißt er.

00:44:39: Saskia, vielen Dank, es war spannend, mit dir zu sprechen.

00:44:41: Danke schön.

00:44:42: Es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht für euch.

00:44:43: Merci.

00:44:45: Das war Beste Freundinern.

00:44:48: Eine Produktion von Auf die Ohren.

00:44:51: Damit ist die Show beendet.

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